Tief zwischen den Wäldern und Felsen des Harzes versteckt sich ein Ort, an dem einst das Wasser die Kraft für eine mittelalterliche Mühle lieferte. Heute erinnern nur noch rekonstruierte Mühlräder und die Spuren eines alten Wassergrabens an die bewegte Vergangenheit dieses geheimnisvollen Platzes. Doch was hier vor Jahrhunderten geschah und warum die Mühle plötzlich ihre Bedeutung verlor, ist eine Geschichte, die viele Besucher überraschen dürfte.
Versteckt im Wald bei Blankenburg liegt mit der Regensteinmühle ein außergewöhnlicher Zeuge mittelalterlicher Geschichte. Bereits im 12. Jahrhundert wurde die wasserbetriebene Mühle genutzt, um Getreide für die Burg Regenstein und das nahegelegene Vorwerk Nienrode zu verarbeiten. Ihre Antriebskraft erhielt sie durch ein ausgeklügeltes System: Über einen rund zwei Kilometer langen Mühlgraben wurde Wasser vom Goldbach zur Mühle geleitet. Mit dem Ende des Mittelalters verlor die Anlage zunehmend an Bedeutung und verfiel. Während des Siebenjährigen Krieges wurden die verbliebenen Reste 1758 beseitigt. Erst Jahrhunderte später kehrte die Mühle wieder ins Bewusstsein zurück. Um 1990 wurden zwei Mühlräder rekonstruiert und Teile des historischen Mühlgrabens freigelegt. Heute können Besucher die Anlage auf Wanderwegen erkunden. Zusammen mit den Felsen, Wäldern und der nahe gelegenen Burg Regenstein entsteht ein faszinierender Ort, an dem Natur und Geschichte unmittelbar aufeinandertreffen.



