Hoch über dem Bodetal liegt ein Ort, an dem Geschichte, Natur und uralte Sagen auf geheimnisvolle Weise miteinander verschmelzen. Zwischen schroffen Felsen, dunklen Wäldern und dem Blick hinüber zur Roßtrappe scheint der Hexentanzplatz noch heute etwas Magisches zu bewahren. Doch was geschah hier wirklich – und warum treffen sich ausgerechnet hier jedes Jahr Tausende Menschen zur Walpurgisnacht?
Ein sagenumwobener Ort
Der Hexentanzplatz bei Thale gehört zu den bekanntesten und geheimnisvollsten Ausflugszielen des Harzes. Das rund 450 Meter hoch gelegene Plateau thront eindrucksvoll über dem Bodetal und bietet einen spektakulären Blick auf die gegenüberliegende Roßtrappe und die zerklüftete Landschaft. Schon die Lage macht verständlich, warum sich um diesen Ort über Jahrhunderte zahlreiche Geschichten und Legenden rankten.
Der Name erinnert an die Vorstellung, dass sich hier einst Hexen versammelt und in der Walpurgisnacht ihre geheimnisvollen Tänze gefeiert haben sollen. Historisch gesichert ist diese Hexensage allerdings nicht. Archäologische Funde zeigen vielmehr, dass das Plateau bereits in vorchristlicher Zeit eine besondere Bedeutung hatte. Reste einer alten Wallanlage, des sogenannten Sachsenwalls, sind bis heute sichtbar.
Zwischen Mythos und Geschichte
Besonders geheimnisvoll ist die Walpurgishalle. Das 1901 eingeweihte Gebäude wurde nach Plänen des Architekten Bernhard Sehring errichtet. Im Inneren erzählen Gemälde des Künstlers Hermann Hendrich von der Walpurgisnacht und greifen Motive aus Goethes „Faust“ auf. Auch ein historischer Opferstein gehört zur Ausstellung.
Seit 1903 gibt es auf dem Plateau außerdem das Harzer Bergtheater. Die Naturbühne verbindet Kultur und Landschaft auf besondere Weise und zählt zu den ältesten Naturtheatern Deutschlands. Damit zeigt der Hexentanzplatz längst mehr als nur seine mystische Seite: Er ist zugleich ein Ort der Geschichte, Kunst und Unterhaltung.
Ein Erlebnis für die ganze Familie
Heute erwartet Besucher auf dem Hexentanzplatz eine Mischung aus Naturerlebnis und Freizeitangeboten. Der Tierpark zeigt zahlreiche heimische und ehemals im Harz beheimatete Tierarten. Hinzu kommen unter anderem der Harzbob, das HARZEUM, die Walpurgishalle und das 2024 eröffnete Hexendorf mit seinen fantasievoll gestalteten Häusern und regionalen Angeboten.
Besonders eindrucksvoll ist bereits die Anreise: Von Thale führt die Kabinenbahn über das Bodetal hinauf zum Plateau. Während der Fahrt eröffnet sich ein faszinierender Blick auf die steilen Felswände und die Landschaft des Harzes. Oben angekommen, wartet schließlich jener Ort, an dem sich Realität und Sage seit Jahrhunderten miteinander vermischen.
Wenn die Hexen erwachen
Seine wohl berühmteste Nacht erlebt der Hexentanzplatz am 30. April. Dann wird die Walpurgisnacht gefeiert und der sagenumwobene Ort verwandelt sich in eine große Bühne für Hexen, Teufel, Musik und Feuer. Die Tradition gehört heute fest zur Harzer Kulturlandschaft und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher nach Thale.
Doch auch abseits der Walpurgisnacht lohnt sich ein Besuch. Wer zwischen Felsen und Wald steht und weit hinunter ins Bodetal blickt, versteht schnell, warum dieser Platz seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen beflügelt. Vielleicht liegt genau darin sein größtes Geheimnis: Man muss nicht an Hexen glauben, um am Hexentanzplatz ein wenig Magie zu spüren.







